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Routenzug richtig planen

Routenzug, Routenzüge

Fachbeitrag · Intralogistik · Routenzugplanung

Neun technische Prüfpunkte vor der ersten Fahrt

Wer einen Routenzug planen möchte, sollte nicht mit der Wagenzahl beginnen. Zuerst müssen Last, Zugfahrzeug, Fahrweg, Kupplung und Materialübergabe zusammen betrachtet werden.

Dieser Leitfaden zeigt, welche Angaben für eine belastbare Auslegung benötigt werden und warum pauschale Aussagen zur Anzahl der Routenzugwagen häufig zu kurz greifen.

Routenzug prüfen lassen
Routenzug-Übersicht

Kurzantwort

Ein Routenzug wird als Gesamtsystem geplant. Die zulässige Wagenzahl ergibt sich aus Zugfahrzeug, Anhängelast, Gesamtmasse, Steigungen, Kurven, Bremsleistung, Kupplungen und Geschwindigkeit. Erst wenn diese Randbedingungen feststehen, lässt sich beurteilen, wie viele Wagen technisch und betrieblich sinnvoll gekoppelt werden können.

Warum der einzelne Wagen nicht ausreicht

Ein Routenzugwagen kann für sich betrachtet stabil und leichtgängig sein. Im gekoppelten Zugverband ändern sich jedoch die Belastungen. Mit jedem weiteren Anhänger steigen die zu bewegende Masse, die Kräfte an Kupplungen und Deichseln sowie der Platzbedarf in Kurven.

Auch das Zugfahrzeug setzt Grenzen. Seine zulässige Anhängelast, Bremsleistung und Traktion müssen zum geplanten Zug passen. Auf Rampen oder bei Bodenübergängen kann eine Auslegung funktionieren, die auf einer ebenen Hallenfläche unkritisch wirkt, aber im realen Fahrweg an ihre Grenze kommt.

Deshalb betrachtet MK-Lietz Routenzüge für Intralogistik und Industrie nicht als Aneinanderreihung einzelner Wagen, sondern als abgestimmtes System aus Fahrzeug, Anhängern, Last und Prozess.

Planungsleitfaden

Neun Punkte für eine belastbare Routenzug-Auslegung

1. Transportaufgabe und Takt definieren

Was wird von welchem Startpunkt zu welchem Ziel bewegt? Entscheidend sind Fahrten pro Schicht, gewünschter Takt, Haltepunkte, Be- und Entladezeit sowie Leergutrückführung. Ein Milkrun mit festen Intervallen stellt andere Anforderungen als ein unregelmäßiger Bedarfstransport.

2. Nutzlast und Gesamtmasse unterscheiden

Zur Nutzlast kommt das Eigengewicht jedes Routenzugwagens. Für die zu bewegende Anhängermasse müssen daher Eigengewicht und tatsächliche Beladung aller gekoppelten Wagen addiert werden. Schwerpunktlage und ungleichmäßige Beladung beeinflussen zusätzlich Radlasten und Fahrverhalten.

3. Zugfahrzeug und Anhängelast prüfen

Die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs ist eine zentrale Grenze, aber nicht die einzige. Traktion, Bremsleistung, Kupplungshöhe, zulässige Geschwindigkeit und der vorgesehene Einsatzbereich müssen ebenfalls zur Gesamtmasse des Zugverbands passen.

4. Fahrweg real vermessen

Benötigt werden schmalste Engstelle, kleinster Kurvenradius, Torbreiten, Kreuzungen, Gegenverkehr und verfügbare Rangierflächen. Markierungen auf einem Hallenplan reichen nur dann aus, wenn sie mit den realen Abmessungen und Störkonturen übereinstimmen.

5. Boden, Schwellen und Steigungen aufnehmen

Fugen, Schienen, Schwellen, beschädigte Böden, Rampen und Übergänge verändern Rollwiderstand und Stoßbelastung. Auch Innen- und Außeneinsatz müssen getrennt bewertet werden. Rollenmaterial, Durchmesser und Lagerung werden darauf abgestimmt.

6. Fahrwerk und Spurverhalten wählen

Ein klassischer 4-Rad-Wagen, ein Drehschemel oder ein 6-Rad-Mittelradfahrwerk folgen in Kurven unterschiedlich. Wagenlänge, Achsabstand, Deichsel und Kupplungspunkte bestimmen das Ausschwenken. Unser Praxisvergleich 4-Rad gegen 6-Rad zeigt die Auswirkungen anschaulich.

7. Kupplung und Deichsel auslegen

Kupplungshöhe, Zugpunkt, Deichsellänge, Gelenkspiel und zulässige Belastung beeinflussen die Kräfte im Zug. Auch Bedienbarkeit und sicheres Kuppeln gehören zur Planung. Bei späterer Automation müssen automatische oder definierte mechanische Schnittstellen früh berücksichtigt werden.

8. Bremsen und Betriebssicherheit betrachten

Bremsweg und Verhalten bei Gefälle hängen von Zugfahrzeug, Gesamtmasse, Geschwindigkeit, Boden und Wagenkonzept ab. Feststeller, Auflauf- oder Betriebsbremsen sowie ein mögliches Notfallkonzept werden projektbezogen festgelegt.

9. Materialübergabe und Zukunftsstufe planen

Die Lastaufnahme muss zum Beladen, Sichern und Entnehmen passen. Zugleich sollte geklärt werden, ob der Wagen später elektrisch unterstützt oder mit einem AMR gekoppelt werden soll. Der Beitrag AMR mit Transportwagen erklärt diese Schnittstelle im Detail.

Wie viele Routenzugwagen können gekoppelt werden?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Zwei leichte Wagen auf ebener Strecke können für das Zugfahrzeug anspruchsloser sein als ein einzelner schwerer Wagen auf einer Rampe. Umgekehrt kann ein langer Zug trotz moderater Masse an engen Kurven oder Kreuzungen betrieblich ungeeignet sein.

Die belastbare Antwort entsteht deshalb aus zwei Prüfungen: Kann das Zugfahrzeug die Gesamtmasse unter den realen Bedingungen sicher bewegen und bremsen? Und passt der komplette Zug geometrisch und organisatorisch in den Fahrweg?

Welcher Routenzugwagen passt zur Aufgabe?

MK-Lietz nutzt unterschiedliche Fahrwerks- und Plattformkonzepte als Basis. Die konkrete Ausführung entsteht aus den Projektdaten.

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Weitere technische Grundlagen finden Sie auf der Seite Routenzugwagen für Intralogistik und Materialfluss.

Diese Daten beschleunigen die erste Prüfung

  • Lastart, Maße, Gewicht und Schwerpunkt
  • gewünschte Anzahl der Wagen und Ladungsträger je Tour
  • vorhandenes oder vorgesehenes Zugfahrzeug
  • Fahrweg mit Kurven, Engstellen, Rampen und Schwellen
  • Bodenart sowie Innen- oder Außeneinsatz
  • Takt, Fahrten pro Schicht und Betriebsdauer
  • Belade-, Sicherungs- und Entladekonzept
  • Kupplungshöhe und vorhandene Schnittstellen
  • Wunsch nach elektrischer oder später autonomer Erweiterung

Häufige Fragen zur Routenzugplanung

Welche Angabe ist für die Planung am wichtigsten?

Es gibt keine einzelne wichtigste Angabe. Last, Zugfahrzeug und Fahrweg bilden zusammen die Mindestgrundlage. Ohne eine dieser drei Größen bleibt die Auslegung unsicher.

Reicht die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs aus?

Nein. Zusätzlich müssen unter anderem Bremsleistung, Traktion, Steigung, Geschwindigkeit, Kupplung, Kurven und die Geometrie des Zugverbands betrachtet werden.

Muss der Fahrweg vor Ort geprüft werden?

Bei komplexen Wegen ist eine reale Prüfung oder eine belastbare Dokumentation sehr sinnvoll. Kritisch sind besonders kleinste Kurven, Engstellen, Schwellen, Rampen und Übergabepunkte.

Kann MK-Lietz auch Sonderaufnahmen entwickeln?

Ja. Plattformen, Rungen, Anschläge, Aufnahmeschuhe, Regale, Auszüge und projektspezifische Aufnahmen können gemeinsam mit dem Routenzugwagen ausgelegt werden.

Fachlich aus der Praxis

Der Leitfaden basiert auf der MK-Lietz-Konstruktions-, Fertigungs- und Projekterfahrung mit kundenspezifischen Transport- und Routenzugwagen. Die konkrete Auslegung und zulässigen Betriebswerte sind immer projektspezifisch.

Routenzug mit realen Projektdaten auslegen

Senden Sie uns Last, Zugfahrzeug und Fahrweg. Wir prüfen Wagenkonzept, Rollen, Kupplung, mögliche Wagenzahl und passende Materialaufnahme.

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